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Deutsche Söldner bilden Sicherheitskräfte von Ex-Terrorstaat Libyen aus

Newswatcher | 08 April, 2008 19:42

In etwa 30 Deutsche Elitepolizisten, Soldaten und offizielle Personenschützer aus der deutschen Anti-Terror-Einheit GSG9, aus Sondereinsatzkommandos (SEK) und aus dem Feldjägerdienst der Bundeswehr, teilweise noch in offiziellen Diensten, sollen von 2005 bis 2007 über eine inzwischen aufgelöste private Sicherheitsfirma eines ehemaligen Elitepolizisten, für das libysche Innenministerium ca. 120 libysche Polizisten ausgebildet haben, in deren “Freizeit“ und ohne Wissen und Genehmigung des Dienstherrn. Hauptaufgabe: Personenschutztraining, Schießausbildung, Selbstverteidigung, Fitnesstraining, Fahrtraining, Absetzen von Hubschraubern, Entern von Schiffen, taktisches Vorgehen beim Zugriff in Gebäuden, Schutz von Häfen und Flughäfen.


Für die Tätigkeit sollen sie mit 15.000 Euro je Woche entlohnt worden sein, es sollen auch Entlohnungen in Form von bezahlten Urlaubsreisen geleistet worden sein. Das deutsche Sicherheitsunternehmen soll für den Gesamtauftrag 1,6 Millionen Euro erhalten haben. Nach einem Artikel der Welt, sagte der ehemalige Geschäftsführer der inzwischen insolventen Sicherheitsfirma, und ehemaliger SEK-Beamter in Nordrhein-Westfalen, dass das Unternehmen nur ehemalige Beamte beschäftigt habe, die alle einen Arbeitsvertrag gehabt hätten, es sei alles legal abgelaufen. Es seien zwar auch aktive SEK-Beamten angesprochen worden, die sich auch vor Ort in Tripolis über das Ausbildungsprogramm informiert hätten, aber nach Angaben des Ex-SEK Mannes, habe von davon keiner geschult. Er sagte, dass der Auftrag rechtlich geprüft worden sei, und es sei nichts geheim oder verwerflich gewesen, man habe sich neben Franzosen, Italienern und Engländern um den Auftrag beworben und das Rennen gemacht. Entstanden sei der Auftrag aufgrund einer Sicherheitsanalyse über die Qualität der Polizeiausbildung Libyens, die vom Libyschen Staat in Auftrag gegeben wurde.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt auf Verrat von Dienstgeheimnissen. Es sollen geheime offizielle, Ausbildungsunterlagen der Polizei bei der Ausbildung der Libyer verwendet worden sein. Es sind dienstrechtliche Verfahren eingeleitet.

Nach Medienberichten, habe der BND die Ausbildung „beratend begleitet“. In 2004 sollen der frühere Kanzler Gerhard Schröder und der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi eine Ausbildungskooperation beschlossen haben, bei einem Besuch von Schröder in Tripolis.

Der Bundesnachrichtendienst, BND bestreitet im genannten Fall Ausbildungshilfe oder Beratung geleistet oder die Sache begleitet zu haben. Die deutsche Botschaft in Tripolis, soll bereits in 2005 und 2007 über die Vorgänge informiert gewesen sein. Wie der Tagesspiegel berichtete soll ein Beamter des BND an der deutschen Botschaft in Tripolis, in 2005 Kontakt zu einem Manager des deutschen Sicherheitsunternehmens gehabt haben, aber keine Kenntnis darüber erhalten haben, dass es aktive Beamten waren, der BND untersagte dem eigenen Beamten, in 2006 den Kontakt zu Mitarbeitern des Sicherheitsunternehmens.

Das Verteidigungsministerium sagte, es gäbe keine militärische Zusammenarbeit mit Libyen, jedoch wusste die Bundeswehr schon seit 2006, dass einer ihrer Hauptfeldwebel in Libyen tätig war, der Unteroffizier sei während seines Urlaubs “unterstützend“ bei nicht genehmigten und damit illegalen Einsetzten beteiligt gewesen, wie die Frankfurter Rundschau berichtete.

Ulrich Wilhelm, Regierungssprecher der Bundesregierung sagte: „Zu keinem Zeitpunkt waren Bundesressorts oder Bundesbehörden am Zustandekommen oder Durchführung von Schulungsmaßnahmen der Polizei in Libyen beteiligt“, es handelte sich um eine private Aktion eines kommerziellen Anbieters. Es seinen nach Angaben der Bundesregierung, nach heutigem Wissen, keine weiteren aktiven Soldaten und Bundesbeamten beteiligt gewesen, bis auf den einen Bundeswehrsoldaten.

Entdeckt wurde der Vorfall nach einem Hinweis des Landeskriminalamts Düsseldorf.

Zur Erinnerung:

  • Heute gilt Libyen als politisch korrekt, aber Libyen war noch bis Mai 2006 auf der Liste der US-Regierung, der Staaten, die Terrorismus förderten.
  • Libyen setzte selbst staatlich geförderte Terroristen ein, wie die Abu Nidal Organisation (ANO) und gewährte Abu Nidal Unterschlupf und die JRA, Japanische Rote Armee. Die JRA hatte ihren Sitz im libanesischen Bekaa-Tal. Die JAR wird für den Terrorangriff auf den israelischen Flughafen Lod, im Jahre 1972 verantwortlich gemacht, damals starben 26 Personen, es gab 80 Verwundete. 1974 besetzte die JAR im Auftrag des Terroristen „Carlos“, die französische Botschaft in Den Haag. Ebenso in 1974 verübte die Terrorgruppe einen Bombenanschlag auf eine Diskothek in Paris, 1 Toter, 35 Verletzte. Die Terrorgruppe nannte sich später um in “Anti-Imperalistische Internationale Brigaden“ (AIIB) und führte im Auftrag von Libyen für die Durchsetzung von außenpolitischen Zielen des Landes, weitere Terrorangriffe aus. Als AIIB führte die Terrorgruppe die folgenden Anschläge aus: 1986 auf die amerikanische und japanische Botschaft in Jakarta und Indonesien.1987 Terrorangriffe auf drei Einrichtungen der US-Regierung in Madrid. 1987 Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Rom mit einer Autobombe, im gleichen Jahr Raketenangriff auf die US-Botschaft sowie auf die britische Botschaft in Rom. 1988 Bombenanschlag mit Autobombe auf einen Club des US-Militärs in Neapel, 5 Tote, 17 Verletzte. 1988 Bombenanschlag auf eine US-Luftwaffenbasis in Spanien. Nach diesen verübten Terroranschlägen und weiteren nicht genannten versuchten Anschlägen, sitzt die Gruppe, die nicht mehr als aktive Terrorgruppe agiert, heute vermutlich wieder im Bekaa-Tal oder in Nordkorea.
  • 1986 war Libyen angeblich beim Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek La Belle beteiligt, 2 Tote, 200 Verletzte.
  • 1988 Bombenanschlag auf den Pan-Am-Flug 103 über dem Schottischen Lockerbie, 270 Tote.

Nach Angaben der Terrorism Incident Database der RAND Corporation, können 15 Fälle von staatlich gefördertem Terrorismus im Jahr 1987 und 8 im Jahr 1988 nachweisbar mit Libyen in Zusammenhang gebracht werden

Nach der Ausgabe des Patterns of Global Terrorism aus dem Jahr 1996, des amerikanischen Außenministeriums unterstützte Libyen Terrororganisationen wie ANO, Abu Nidal Organisation, Palästinensischer Islamischer Dschihad PIJ und Volksfront für die Befreiung Palästinas – Generalkommando, PFLP-GC.

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