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Newswatcher | 12 Juli, 2007 12:38
MdV – Redaktion News-Watcher.de
Die Kriegsfuehrung aendert sich, weil sich der Feind aendert. Die Zeiten der grossen Schlachten sind spaetestens seit dem 1. Weltkrieg vorbei, so wie sich seit dem 2. Weltkrieg Grabekaempfe lange eruebrigt haben. Neben der Taktik haben sich aber auch die strategischen Ziele der Kriege geanedert. Zum einen ist Friedensgewinnung und Friedenserhaltung ein Ziel der zivilisierten Welt, waehrend auf der anderen Seite ein hasserfuellter Glaubenskrieg mit Anspruch auf eine selbstzugesprochene „moralische Ueberlegenheit“ das Ziel der Weltbeherrschung zum obersten Ziel entwickelt hat.
Der Rhythmus und die Intensitaet aber haben sich kaum veraendert. Im Gegenteil…
Die Menschheit hat nicht aufgehoert, sich zu bewaffnen. Oder sich WIEDER zu bewaffnen, nach einer kurzen Phase der Entspannung nach dem „Kalten Krieg“. Weltweit wurden 2006 (das sind nur die offiziellen Zahlen) ca. 1,3 Billionen US Dollar aufgewendet, um Waffen zu kaufen. Auch die „armen Laender“ Afrikas, die immer nach noch mehr Geld aus dem Westen schreien weil diese Laender angeblich so arm seien, geben jaehrlich Milliarden an Dollar fuer Waffenkauefe aus. Ein Denkanstoss fuer all jene, die MEHR Geld fuer Afrika fordern UND fuer ein Ende von Kriegen plaedieren… Damit hat die Welt wieder das finanzielle Niveau des Kalten Krieges erreicht, was Waffenkaeufe betrifft.
Die Weltgemeinschaft hatte sich vor rund 15 Jahren bereits auf eine neue, friedliche Weltordnung vorbereitet; man glaubte vielfach, dass Ende von „Blocks“ und Konfrontationen sei endlich erreicht. Aber solch pazifistische Vorstellungen haben sich, wieder einmal, als reine Utopie entpuppt. Es ist offensichtlich, dass die Menschheit insgesamt nicht zu einem friedlichen Zusammenleben bereits ist. Ist eine „Macht“ zerstoert, beginnt die naechste den boesen Kopf zu heben und versucht, dass Machtvakuum mit Gewalt zu fuellen.
Die viel zu schnell gewachsene EU und die Atlantik-Allianz haben erhebliche Ressentiments u.a. in Russland geweckt, die lang vergessen gewaehnt waren. Zugleich sind Laender wie China weltweit auf Expansionskurs, vor Allem in Afrika und Suedamerika, auch Indien hat Weltmachtgelueste. Schwere Konflikte sind bereits vorprogrammiert.
Die Gruppen der nicht-zivilieserten Islamistenhorden, die unfaehig sind, um menschlich vernuenftig mit anderen Gruppen zusammen zu leben, sowie zahllose lokale Konflikte, teils angefacht durch Kampf um Wasser oder lokale Vormacht, werden in naher Zukunft ihren Teil dazu beitragen.
Nicht unerwaehnt bleiben darf ferner die zuegellose und ausser Kontrolle geratene Ueberbevoelkerung in der "dritten Welt", die eine weitere, sehr grosse Quelle an Konflikt und Krieg sein wird. Hier macht der Westen Riesenfehler, dieses Problem total zu ignorieren und nicht einmal offen zu besprechen.
Die Tatsache, dass die USA mehr oder weniger direkt Moskau ein Recht absprechen, bei der Gestaltung neuer Gegebenheiten, wie etwa der Ausweitung der EU und damit verbundene Fakten bzgl. der NATO-Angehoerigkeit und militaerischer Entscheidungen, mitzureden, birgt zusaetzliches Potential fuer Konflikte. Die Querelen um die Stationierung eines US-Raketen-Abwehrschilds in Osteuropa ist nur ein Teil dieses Komplexes.
Es zeigt sich, dass sich bereits jetzt die Ruestungsausgaben in Russland um rund 20% erhoeht haben. Dies kann durchaus als Vorbereitung fuer eine Zeit nach einem Bruch der Abruestungsabkommen gewertet werden. Kein gutes Omen also. Putin gefluegeltes Wort von der „Gefahr noch nicht explodierter Minen des Kalten Krieges“ sollte beachtet werden.
Das vergangene Jahrzehnt der schweren Konflikte weltweit, mit 9/11 und den Auswirkungen danach, beraubt uns jeder Illusion, dass wir einer friedvollen Zeit entgegenblicken. Im Gegenteil.
Durch die technologische Entwicklung durch neue Waffen werden Kriege an sich zwar kuerzer sein, wenngleich auch konzentrierter und heftiger. Die Auseinandersetzungen werden mit Kriegsende aber nicht beendet sein. Wie der Irak seit des durch G.W. Bush proklamierten „Kriegsende im Irak“ ja bewiesen hat. Das angekuendigte „Nation Building“ endete, und zwar NICHT allein durch Fehler der USA (die wurden zweifelfrei gemacht), in einer „Nation Destruction“. Diese Vernichtung wird erst recht einsetzen, wenn die auslaendischen Truppen den Irak verlassen haben. Ein 3. Irakkrieg ist bereits vorprogrammiert und unvermeidlich.
Und so sind nun die Zeiten des „Blitzkriegs“ auch schon wieder vorbei… wie Afghanistan, Kosovo, Bosnien und Irak zeigen. Kurze Kriegsphasen werden gefolgt von langjaehrigen Phasen von Guerillakriegen, Terrorkriegen und Buergerkriegen. Werden diese unterdrueckt, so werden sie wieder ausbrechen, sobald die jeweilige Besatzermacht das Land wieder verlaesst. Aber die Moeglichkeiten, solche Guerillakriege zu unterdruecken sind minimal. Insgesamt wird die Zahl der Opfer besonders in den Reihen der Zivilisten enorm sein.
Der vom Westen ertraeumte „chirurgische Krieg“ ist eine weitere Utopie. Ein langjaehriges Engagement mit Bodentruppen, und entsprechenden Verlusten, wird unvermeidbar. Jedes Land, welches als „Friedentruppe“ sich auf ein solches Wagnis einlassen will, muss sich auf eine hohe Zahl an Toten und Verletzten einstellen, und zugleich auf ein wachsendes Potential an Terrorangriffen.
Politiker traeumen immer noch von „beherrschbaren Kriegen“. Dies ist aber unmoeglich. Krieg ist Chaos. Kriege entwickeln sich, zumal ueber eine gewisse Laufzeit, immer anders, als erhofft. Der Krieg im Irak und Afghanistan hat das grosse Problem, dass Politiker und Medien, und nicht das Militaer selbst, das grosse Sagen hat. Eine Kriegssituation wurde unter einem Mantel der „humanitaeren Hilfe“ in eine Art Polizeiaktion verkehrt. Das KANN nicht gut gehen, es ist niemals gut gegangen und es wird niemals gut gehen.
Der Krieg muss von Militaers gefuehrt werden, nicht von Politikern. Es muss ein „entweder/oder“ entschieden werden. „Krieg ist die Fortsetzung von Politik, nur mit anderen Mitteln…“! von Clausewitz.
Der Traum einer friedlichen Zukunft ist ausgetraeumt. Man sollte sich daran gewoehnen und die Politik sollte daraus die nahe liegenden Konsequenzen ziehen, und einmal EHRLICH ueber eben diese Konsequenzen sein.
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