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Neue Betrugswelle am Grauen Kapitalmarkt

Newswatcher | 01 Juli, 2008 19:50

Das Deutsche Institut für Anlegerschutz (DIAS) warnt vor einer neuen Welle der Betrugsmasche ‚Handel mit Bankgarantien’. In regelmäßigen Abständen von 5 Jahren würden unseriöse Anbieter des Grauen Kapitalmarktes diese bekannte Betrugsvariante wieder an den Markt bringen, sagte DIAS-Chef Volker Pietsch am Freitag in Berlin. Kapitalanlagehaie spekulierten damit, dass über ihr bisheriges kriminelles Wirken zwischenzeitlich „Gras gewachsen“ sei. Mit dieser Methode fänden Sie immer wieder neue Opfer, sagte Pietsch.


Dabei benutzten die Finanzhaie in ihren Verkaufsprospekten typische Begriffe wie „standby letter of credit“ (SLC), „prime bank guarantees“ (PBG) oder „certificate of deposit“ (COD). Mit diesen Papieren, so die Anbieter in ihrer Legende, dürften die Geldinstitute selber nicht handeln; sie schalteten hierfür ‚Zwischenmakler’ ein. Die Geschäfte seien strenggeheim. Man habe aber als ‚Zwischenmakler’ einen Weg gefunden, für einen „handverlesenen Kundenkreis“ Zugang zu diesem lukrativen Anlage-Segment zu bekommen. Da die Papiere nur in Millionenhöhe auf Dollarbasis handelbar seien, müssten sich hierfür viele Anleger einfinden, um diese hohe Anlagesumme zu erreichen. Nur so könne man an diesem ‚lukrativen Geschäft’ teilnehmen und „ohne Probleme“ zu einer Jahresrendite von über 100 % kommen. Den Unterlagen des aktuell am Markt grassierenden Angebotes ist ein ‚Gutachten’ eines Hamburger Jura-Professors beigefügt, um eine entsprechende Seriosität vorzugaukeln, sagte Pietsch. Der hier angegebene „Universitätsprofessor“ äußerte sich in der Zwischenzeit öffentlich gegenüber dem DIAS und dem Brancheninformationsdienst „kapital-markt-intern“, Düsseldorf, mit dem Hinweis: „Ich distanziere mich vehement von derart unseriösen Versuchen, private Anleger in den Handel mit Bankgarantien einzubeziehen“.

Die Verbraucherzentralen und das Deutsche Institut für Anlegerschutz warnen seit Jahren vor sog. „Bankgarantiegeschäften“. Es handelt sich hierbei um reine „Nonsensprodukte“, die nur in der Phantasie der Kapitalanlagehaie existieren, sagte Pietsch.

Seit Mitte der 90er Jahre haben Pietsch zufolge Zehntausende Anleger Milliardenbeträge mit dieser Betrugsmasche bei skrupellosen Finanzbetrügern verloren. Die letzte große Welle dieser Betrugsprodukte überschwemmte Deutschland im Jahre 2003.

Bereits geschädigte Anleger sollten unverzüglich den Rat ihrer örtlichen Verbraucherzentrale einholen und sich außerdem an das Deutsche Institut für Anlegerschutz in Berlin wenden. Des weiteren sollten die Opfer unbedingt Strafanzeige bei der zuständigen Wirtschafts-Kripo erstatten, sagte Pietsch.

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