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POL-HA: Erpresser machte es der Polizei einfach

Newswatcher | 21 April, 2008 18:21

Hagen (ots) - Ein 21-jähriger Mann aus dem Raum Würzburg stellte sich nicht übermäßig geschickt an, als er in der vergangenen Woche die Erpressung eines Hagener IT-Unternehmens in die Wege leitete.


Er gab gegenüber einer Mitarbeiterin telefonische an, einen Weg gefunden zu haben, die Software des Unternehmens so zu verändern, das ein finanzieller Schaden für die Firma eintreten würde. Davon würde er allerdings keinen Gebrauch machen, wenn 5000 Euro auf das Konto einer gemeinnützigen Organisation gezahlt werden. Da die Angestellte diese schwerwiegende Entscheidung nicht allein treffen konnte, erfragte sie die Handynummer und den Namen des Erpressers, um der Geschäftsleitung die Möglichkeit eines Rückrufs zu geben. Diese Daten nannte der Täter und wie sich später herausstellte, waren sie korrekt. Da niemand auf seine Forderungen einging, rief der Täter erneut an und stellte verärgert ein Ultimatum von einer halben Stunde. Auch diese Zeit ließ man verstreichen, blieb jedoch nicht untätig und informierte die Polizei. Nachdem man am nächsten Tag zum Schein auf die Forderungen einging, mailte der Erpresser die Bankdaten und meldete sich telefonisch von seiner Arbeitsstelle aus. Nun kündigte er netterweise an, dass dem Softwareunternehmen auch eine Spendenquittung zugehen würde. Am 17.04.2008 erschienen dann - für den 21-Jährigen völlig unerwartet - Polizeibeamte an seinem Arbeitsplatz, nahmen ihn fest und stellten Computer und Handy sicher. Bei der Vernehmung räumte er den Sachverhalt ein, sah sich aber keinesfalls als Straftäter. Mit der "Spende" wollte er dem Ortsgruppenverband einer Hilfsorganisation Gutes tun. Seit Kindesbeinen war er dort als Helfer tätig, das Geld sollte der Anschaffung neuer Funkgeräte dienen. Für ihn wäre dann noch ein spezieller Rucksack mit Rettungsutensilien herausgesprungen. Zudem wollte er seinen Ruf aufpolieren, für eine solch tolle Spende gesorgt zu haben. So ungeschickt und blauäugig, wie sich der Erpresser auch verhalten hat, eine Möglichkeit zur Veränderung der Software des Hagener Unternehmens hatte er tatsächlich herausgefunden. Dieser Mangel ist allerdings behoben und anstelle einer Spende kommt eine Menge Ärger auf ihn zu.



 
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