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Kommentar der NW Redaktion: Taliban sind wieder auf dem Vormarsch

Newswatcher | 14 Juli, 2007 11:52

Noch radikaler, noch mordluesterner , die Extrem-Islamisten gewinnen im Sueden Afghanistans wieder an Staerke

Wie gewoehnlich im Fruehjahr, aus der Erfahrung der letzten Jahre, zeichnet sich eine progressive Staerkung der Taliban in den Suedprovinzen ab, mit heftigen Offensiven, die den Alliierten ein aeusserst hohes Engagement abfordern. Ziel der Islamisten ist die Destabilisierung des Paschtunen-Landes. Diese Wiedererstaerkung der Mittelalter-Muslime in Afghanistan gibt Grund zur Besorgnis.

Die USA haben mit einer Erhoehung des Kopfgeldes fuer bin Laden auf 50 Millionen US-Dollar reagiert. Ob dies nuetzt, ist sehr fraglich. Auch die bisherigen 25 Millionen Dollar waren fuer Afghanen oder Pakistani ein unvorstellbaerer Reichtum, dessen Reiz aber nicht ausgereicht hat, um bin Laden auszuliefern.


Und wieder ist der Sueden Afghanistan Schauplatz ungemein brutaler Schlachten und in den Laendern der westlichen Allianz, wie Deutschland, England oder Frankreich, mehren sich die Stimmen in Politik und Militaer, die deutlich aussagen, dass ein militaerischer Sieg sehr unwahrscheinlich sein duerfte.

Die Schueler der Religion (so die Bedeutung des Wortes Taliban) werden vom Pakistanischen Geheimdienst (durchsetzt von Anhaengern der Islamisten) und von den madrasas Pakistans, den religioesen Frontkaempfern des extremistischen Islam, genaehrt und gefoerdert, und diese Gruppen wiederum werden durch al-Qaida gestuetzt.

Gerade die militaerischen Erfolge der Taliban erzeugen mehr Zulauf und Zustimmung in den Reihen der radikal orientierten Muslime.

Die Operation der Alliierten in Afghanistan hat eine Reihe grundlegender Fehler. Die Vermischung von der Aufgabe bin Laden zu fassen (eine Aufgabe die nichts fuer weichherzige Pazifisten ist und die ein sehr , sehr hartes Vorgehen erfordert, ohne Vergiessen von Traenen fuer so genannte Zivilopfer – auch die Talibankaempfer sehen aus wie Zivilisten!) und der Aufgabe, politisch korrekt zu handeln und bei allen Gelegenheiten auf die Genfer Konventionen zu pochen, macht die Loesung des Problems unmoeglich.

Die Einsetzung von Militaer fuer Polizeiaufgaben und der „Sicherung von Frieden und Sicherheit“ ist in einem Lande, welches seit Jahrhunderten Kriege gegen Besatzer aller Art fuehrt, geradezu laecherlich. Die Arbeit der deutschen Bundeswehr ist von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen. Die angeblichen Erfolge der Bundeswehr sind pure Scheinerfolge; diese Arbeit waere eigentlich durch Hilfsorganisationen zu leisten, und dies viel billiger, als durch die Bundeswehr. Tatsaechlich aber ziehen sich gerade WEGEN der Militaerpraesenz u.a. der Bundeswehr Hilfsorganisationen mehr und mehr zurueck.

Die deutsche Bundesregierung verfolgt ein Paradoxon, welches in sich zum Scheitern verurteilt ist.

Ferner tut die Militaermacht der Alliierten nichts gegen den Terror, sondern foerdert diesen indirekt sogar noch. Anstatt die Mohnfelder in Afghanistan zu zerstoeren, werden diese aus politisch-strategischen Gruenden sogar geschuetzt und absichtlich verschont, damit lokale Staemme, Sippen und Banden (die fast komplett von der Opiumproduktion leben und damit Haupttaeter sind bei der Verbreitung von Heroin) sich nicht auch noch gegen die Allianz verschwoeren.

Die vielen Millionen aus dem Opiumhandel werden aber zu einem guten Teil an die Taliban bezahlt, teilweise als eine Art Schutzgeld.

Damit wird der Terror weltweit und der Krieg der Taliban finanziert. Darum ist dieses Verhalten der Allianz irrsinnig und traegt dazu bei, dass die Geldquelle der Islamisten nicht versiegt.

Das Ergebnis ist das Wiederaufleben eines offenen Krieges, der an Haerte wieder zunimmt. Durch die genannten Fehler und einer Fehlpolitik und einer durch die Politik aufgezwungenen falsche Strategie der Kriegsfuehrung dreht sich der Konflikt im Kreise und entwickelt sich fuer die Allianz negativ.

Die Politik verlangt von den Militaers einen humanen Krieg, einen Krieg mit einer gewissen Zurueckhaltung z.B. in Bezug auf Kollateralschaeden, zivile Opfer usw. Diese Forderung ist militaerisch gesehen der helle Wahnsinn und sie verhindert die Chance auf einen Sieg. Der Krieg wird dadurch eben LAENGER und somit inhumaner. Es ist nicht das erste Mal, dass bleeding hearts und artists, Linke und anderen Randgruppen der Gesellschaft Massgaben erstellen fuer das Militaer, obwohl diese Leute nicht die geringste Ahnung von Kriegsfuehrung haben.

Man kann dies in gewisser Weise mit den Forderungen von Radfahrern an den Pkw-Verkehr vergleichen; obwohl Radfahrer in Deutschland keine Steuern zahlen fuer die Teilnahme am Strassenverkehr, wollen sie Forderungen stellen, wie Strassen zu bauen seien und wie und wo Pkw’s zu parken seien usw.

Es ist schoen einfach, Forderungen zu stellen, wenn man selbst nicht die Rechnung dafuer zu zahlen hat.

Die Krise in Afghanistan und der blutige Krieg sind auf diese Weise sicher nicht zu ueberwinden. Die Forderungen und Ueberlegungen auf gezielte Toetungen von Terroristen sollten nicht einfach verworfen werden. Aber man muss dann ehrlich sein und offen sagen, dass dies einer Todesstrafe gleichkommt. Nach Medienberichten in Frankreich, welches uebrigens gezielte Toetungen (wenn auch verdeckt) ebenso wie die USA, Grossbritannien und eine Reihe anderer Laender schon seit Jahrzehnten vornehmen laesst, diskutiert die neue Regierung derzeit die moegliche Wiedereinfuehrung der Todesstrafe, ein logischer Schritt.



 
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